Freistaat Flaschenhals – Geschäft bleibt Geschäft

Damit war ich erledigt. Der Herr Kommandant hob die Sitzung auf und entließ mich in Ungnaden.

Die Sanktionen blieben nicht aus.

Man will doch gelegentlich ein Geschäft machen und so hatte ich dem Herrn Grafen bei meiner Visite die Grenzüberschreitungspässe von meiner Frau, von meinem Hausmädchen und von meiner geschätzten Persönlichkeit überreicht. Diese Pässe wurden immer nur für dringende Fälle und nur auf die Dauer von höchstens etwa sechs Wochen ausgestellt, und auf diese Dauer hatte das Büro des Herrn Kommandanten unsere Pässe ausgestellt. Der Herr Kommandant reduzierte aber auf dem Passe meiner Frau und dem meinigen die Geltungsdauer auf wenige Tage. So hatte ich die Quittung für meine Despektierlichkeit.

Im Sommer 1919 empfing bekanntlich Marschall Foch die deutschen Behörden in Wiesbaden. Er legte diesen mit beredten Worten dar, wie gut die Bevölkerung des besetzten Gebietes es habe, im Gegensatz zum unbesetzten Deutschland, wo ständig Unruhen herrschten „und in der neutralen Zone Lorch und Kaub, die er wegen ihrer mißlichen Lage bedauere“. Die Tatsache also, daß Marschall Foch unseren kleinen Freistaat Flaschenhals im Zusammenhang mit dem großen unbesetzten Deutschland erwähnte, läßt mit aller Deutlichkeit erkennen, welches Interesse der Franzose an dem Stückchen freien deutschen Rheines hatte, das noch zwischen Mainz und Bonn übrig geblieben war.

Percin war also ein gelehriger Schüler des Marschalls Foch, der mit allen Mitteln versuchte, die Politik seiner Regierung zu verwirklichen.