Freistaat Flaschenhals – Glückliches Ende

Der passive Widerstand war zu Ende.

Am 14. Oktober 1924 teilte der Kreisdelegierte mit, daß für sämtliche Beamten und Privatpersonen gemäß Verfügung des Generalkommandos der Ausweisungsbefehl aufgehoben sei, und daß die Beamten sofort ihre frühere Diensttätigkeit wieder aufnehmen könnten, ausgenommen der Bürgermeister von Lorch, den man scheinbar so ganz in Herz geschlossen hatte.

Am 15. November 1924, 12 Uhr nachts, war der Flaschenhals geräumt, und auch der Bürgermeister konnte als letzter der Ausgewiesenen wieder den Dienst aufnehmen.

Auch seine zweite Prüfung hatte der Freistaat Flaschenhals bestanden. Verrauscht und verklungen ist die tolle Zeit. Kein Geringerer hat das bezeugt, als Herr Armand, der erklärte: „Lorch ist so schlimm wie die Ruhr“. Uebrig bleibt nur die Erinnerung an diese Zeit und das Bewußtsein, daß die Bevölkerung des Flaschenhalses allen Wirrnissen zum Trotz treu zum Vaterlande gestanden hat.

Noch stehen unserem lieben Vaterland schwere Zeiten bevor. Mögen auch in diesen Zeiten die Bürger des ehemaligen Flaschenhalses ihre Treue zum Vaterland beweisen.