Kaub – Geschichte der Stadt bis 1200

500 v. Chr.: Fundstätte eines vorgeschichtlichen Grabes mit Beigefäß aus der La-Tene-Zeit (jüngere Eisenzeit) am Dicken Turm im Jahre 1925.

Um 260 n. Chr.:Römergrab mit einem Einhenkelkrug als Grabbeigabe, gefunden 1933 beim Bau eines Weinkellers gegenüber dem Bahnhof.

983 – 14. Juni:Das Dörfchen Kaub („CUBA VILLULA“) wird zum ersten Male urkundlich erwähnt, als Kaiser Otto II. (*955, König 961, Kai- ser 967, t 983 in Rom) auf dem Reichstag zu Verona dem Erzstift Mainz unter seinem Erzbi- schof Willigis (Bischof von 975 – 1011) Schenkungen bestätigt (s. Text und Übersetzung der Kaiserurkunde).

Mehrere Herkunftserklärungen des Ortsnamens sind überliefert. So läßt sich CUBA u.a. ableiten von dem keltischen CABI (= Häuschen), von dem lateinischen CUBARE (was auf die Lagerstätte eines römischen Wachtpostens, aber auch auf Schieferlager hindeuten könnte) oder von lat. CUPA (VINI) (= Weinfaß bzw. Kufe mit Bezug auf die Theonestlegende.

St. Theonest, einst als Bischof aus der Stadt Philippi in Makedonien vertrieben, ist am 30. Okt. 425 in Altinum (nordöstlich von Venedig) als Märtyrer gestorben und in Vercelli begraben. Der Legende nach soll er als Missionar und Gefährte des hl. Alban – von Arianern in Mainz gesteinigt, in einer durchlöcherten Kufe eingesperrt und den Rheinfluten überlassen – bei Kaub gestrandet sein, wo er den dortigen Siedlern als Dank für seine Rettung das Christentum und den Weinbau gelehrt habe.

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Schreibweise der Ortsbezeichnung zahlreiche Wandlungen erfahren. Nach CUBA (983 – 1315), u.a. CAUPUN (1135), CUOBA (1250), CUBIO (1255), KUBEN (1257), CHAUBE (1310), CHUBA (1324), CUBE (1411), KAWBE (1433), KUB (1434), CUB (1490 – Ende des 16. Jahrhunderts), CAUB seit dem 16. Jahrh., ab 1934 schließlich KAUB.

1135: Abt Werner von St. Alban in Mainz verpachtet einen Weinberg zu Kaub („in villa nomine Caupun“).

Um 1200:Auf einem 110 Meter über dem Rhein liegenden Felssporn wird Burg Cuba (seit 1508 Gutenfels) vermutlich durch die Grafen von Nüring (Stammburg Nüring b. Königstein i. Ts.) zum Schutze ihrer rheinischen Besitzungen errichtet. Nach dem Erlöschen des Grafengeschlechtes von Nüring gelangt die Burg um 1250 durch Erbschaft an Philipp I. von Falkenstein, Herrn von und zu Münzenberg.

Mit dem Burgbau entsteht wahrscheinlich die erste Befestigung des darunterliegenden gleichnamigen Ortes. Aus dieser Zeit stammt der spät- romanische, quadratische, fünfgeschossige und 27 m hohe Kirchturm mit einem heute nicht mehr vorhandenen nach Südosten gerichteten einschiffigen Langhaus. Das Gotteshaus ist durch bastionsartige Einbindung in die Ortsbefestigung als Wehrkirche angelegt, wobei der Glockenturm als nordwestlicher Eckturm und die Südwand des Langhauses als Bestandteil des Stadtmauerringes eine wehrtechnische Funktion erfüllen.