Kaub – Geschichte der Stadt von 1200 – 1350

1252, 4. und 31. August: Erste urkundliche Erwähnung der Burg Cuba anläßlich der 7-wöchigen Belagerung („in castris ante Cubam“) durch Wilhelm von Holland, den einige Fürsten unter der Führung des Mainzer Erzbischofs Siegfried III. von Eppstein zum Gegenkönig gegen den Stauffer Friedrich II. aufgestellt haben.

König Richard

1257,13. Mai: Philipp I. von Falkenstein verbietet dem Schultheißen und den Burgmännern „in Kuben“, von dem Kloster Eberbach Zoll zu erheben. Auf der bei Kaub liegenden Rheininsel Falkenau („Valkenowe“) muß schon sehr früh eine bewohnte Zollstätte – vermutlich ein kleiner Wartturm – vorhanden gewesen sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Kaub zur Römerzeit (50 v.Chr. – 350 n.Chr.) im Vorfeld des römischen Grenzwalles (Limes) Standort eines Wachtpostens und möglicherweise schon Zollstation gewesen. Hierfür spricht seine strategisch und geografisch einmalig günstige Lage, die es von der Höhe (Adolfshöhe u. Schloßberg) aus gestattet, den Flußlauf mit seinen Uferstreifen und Seitentälern auf einer Strecke von ca. 6 km (zwischen Bacharach und Oberwesel) zu überschauen und damit zu kontrollieren. Auch die Felseninsel im Rhein mit ihren einstmals linksseitig zahlreich gelegenen Kies- und Sandbänken – eine wohl seit Urzeiten genutzte Übergangsstelle – bildet eine natürliche Stromsperre und ist für das Betreiben einer Zollstätte geradezu wie geschaffen.

1259: Im Februar schenkt Heinrich von Heppenheft (Stammburg Heppenheft bei Weisel, später Heppenhof) Burgmann in „Kuben“, dem Kloster Eberbach die mit Rotwein bepflanzte Hälfte des Gräfenbergs nebst seiner dortigen Gülte (Grundstücksertrag) und die Hälfte eines Hofraumes als Erbstück unter der Bedingung, daß ihm die Eberbacher ein Drittel des Gräfenberger Weines im Herbst nach Kaub bringen.

1261, November: Philipp I. von Falkenstein verleiht zu seinem und seiner Söhne Philipp und Werner Seelenheil dem Kloster Eberbach Zollfreiheit bei seiner Burg „Kuben“.

1266, 31. Juli: Philipp von Falkenstein setzt die seinen zwei Söhnen zustehenden Einkünfte auf die Dauer von 5 Jahren fest. „Die gulde und die rente der burge zum Hayn, Kube unde zu Valkenowe, die sullent sie gleich teilen, vont wy davon keine ordenunge gemacht han.“ Dies ist die vermutlich erste Erwähnung der Insel „Falkenau“, die auch unter den Namen „Helbingswert“ und „Pfalzengrafenwert“ überliefert ist. (Es wird auch die Ansicht vertreten, mit „Valkenowe“ sei die einst in der Gemarkung Gerns- heim liegende Burg Falkenau gemeint.)

  1. September: Philipp I., seine Söhne Philipp II. und Werner I. untersagen ihren Amtmännern, Zolleinnehmern und Burgmännern zu „Valkenowe“ und „Kuba“ von dem Kloster Eberbach Zölle und andere Abgaben, u.a. „knappenpeninge“ zu erheben und beauftragen sie, den Klosterleuten freies Geleit zu geben.

1275, 19. August: Bei einem Schiedsspruch zwischen den Brüdern Philipp II. und Werner I. von Falkenstein fallen das Städtchen Kaub und Burg ersterem zu. Hierbei werden erstmals „die muren des stedichenes Cube“ (Mauern des Städtchens Kaub) genannt. Höchstwahrscheinlich besitzt Kaub zu diesem Zeitpunkt bereits Stadtprivilegien, die es von den Falkensteinern erhalten hat.

1277, 11. April: Reichskämmerer Philipp II. von Falkenstein verkauft dem Pfalzgrafen Ludwig II. (Vater des späteren Königs und Kaisers Ludwig der Bayer) für 2100 Mark Aachener Pfennige (Silbermünzen) Burg und Stadt Kaub („oppidum sub castro“) mit dem Patronat von Weisel und wird erblicher Burgmann des Pfalzgrafen mit der Verpflichtung, in Notzeiten dort persönlich anwesend zu sein, sonst aber einen geeigneten Ritter zu stellen.

1285, 12. November: Reichkämmerer Philipp II. und seine Gemahlin Gisela stiften dem Domkapitel zu Mainz einen Zehnten, da sie wegen der Zollerhebung in Kaub „einigermaßen beunruhigte Gewissen“ haben.

1287, 28. März: Graf Adolf von Nassau erhält von dem Pfalzgrafen Ludwig II. ein Burglehen zu Kaub und wird dessen Burgmann („castellanus“).

1289, 19. Juli: Werner I. von Falkenstein verkauft mit Zustimmung seiner Kinder und seines Schwiegersohnes alle seine Güter zu Kaub an den Pfalzgrafen Ludwig II.

1291, 16. Oktober: Graf Heinrich zu Sponheim verkauft dem Pfalzgrafen Ludwig II. seine sämtlichen Güter „in valle Cuba“ (im Tal zu Kaub), die von dem Grafen von Berg zu Lehen rühren.

1292, 5. Mai: Graf Adolf von Nassau wird in Frankfurt zum deutschen König (1292 – 1298) proklamiert und erhält seine Ernennung auf Burg Cuba. Am 24. 6. ist die Königskrönung im Aachener Dom. Der Rittersaal von Burg Gutenfels trägt seither die Bezeichnung Königssaal.

1294, 6. Januar: Pfalzgraf und Kurfürst Ludwig II. verpflichtet Graf Wilhelm von Katzenelnbogen als Burgmann von Burg Cuba gegen 200 Pfund Heller. 19. März: Nach dem Tode des Pfalzgrafen Ludwig II. vermählt sich dessen Sohn Rudolf mit König Adolfs Tochter Mechthild. Als Widerlage für das Heiratsgut und als Wittum (Erbteil als Witwe) weist Rudolf 10000 Mark auf Heidelberg, Fürstenberg (bei Heimbach) und Kaub an.

1310, 26. Dezember: Pfalzgraf Rudolf versetzt dem Grafen Gerlach von Nassau, seinem Schwager, auf 1 1/2 Jahren Burg, Stadt und Zoll in Kaub („Chaube“) für die Aussteuer seiner Schwester Agnes sowie für den Schaden, den er in Böhmen erlitten hat.

1315, 24. August: Vor den Kauber Schöffen verkauft die edle Matrone Elisabeth an Agnes, die Schwester des Knappen Dietrich Vende, eine Jahresrente von einer Mark aus ihrem Weinberg hinter der Kirche zu Kaub. Erster urkundlicher Nachweis einer Kauber Kirche, die Filiale von Weisel ist. Diese eigentliche zweite Kauber Kirche in Verbindung mit dem um 1200 errichteten romanischen Turm hat ein sehr kleines, schmales, nach Südosten orientiertes Langhaus (parallel zur heutigen Metzgergasse). Die vermutlich erste Kirche ist die nicht mehr vorhandene St. Michaelskapelle (an der heutigen Ecke Blücherstraße 2/Kirchgasse, gegenüber dem kath. Kirchengebäude), dessen Kellergewölbe (heute Weinkeller) seit dem 15. Jahrhundert (bis 1805) als Beinhaus dient. 27. August: Der Knappe Dietrich Vende und seine Frau Gertrud bestimmen vor den Schöffen zu Kaub über ihr Vermögen für den Fall ihres Ablebens. 29. August: Vor den Schöffen zu Kaub verkauft Wilhelm Struppehabere Renten aus seinen Kauber Gütern an Agnes, die Schwester des Knappen Dietrich Vende.

1317, 26. Februar: Abdankung des Pfalzgrafen Rudolf. Ihm werden am 19. 3. die Einkünfte in Kaub („Chube“), die Burg und was Kaub), die von dem Grafen von Berg zu Lehen rühren.

1292, 5. Mai:Graf Adolf von Nassau wird in Frankfurt zum deutschen König (1292 – 1298) proklamiert und erhält seine Ernennung auf Burg Cuba. Am 24. 6. ist die Königskrönung im Aachener Dom. Der Rittersaal von Burg Gutenfels trägt seither die Bezeichnung Königssaal. 1294 – 6. Januar: Pfalzgraf und Kurfürst Ludwig II. verpflichtet Graf Wilhelm von Katzenelnbogen als Burgmann von Burg Cuba gegen 200 Pfund Heller. 19. März: Nach dem Tode des Pfalzgrafen Ludwig II. vermählt sich dessen Sohn Rudolf mit König Adolfs Tochter Mechthild. Als Widerlage für das Heiratsgut und als Wittum (Erbteil als Witwe) weist Rudolf 10000 Mark auf Heidelberg, Fürstenberg (bei Heimbach) und Kaub an.

1310, 26. Dezember: Pfalzgraf Rudolf versetzt dem Grafen Gerlach von Nassau, seinem Schwager, auf 1 1/2 Jahren Burg, Stadt und Zoll in Kaub („Chaube“) für die Aussteuer seiner Schwester Agnes sowie für den Schaden, den er in Böhmen erlitten hat.

1315, 24. August: Vor den Kauber Schöffen verkauft die edle Matrone Elisabeth an Agnes, die Schwester des Knappen Dietrich Vende, eine Jahresrente von einer Mark aus ihrem Weinberg hinter der Kirche zu Kaub. Erster urkundlicher Nachweis einer Kauber Kirche, die Filiale von Weisel ist. Diese eigentliche zweite Kauber Kirche in Verbindung mit dem um 1200 errichteten romanischen Turm hat ein sehr kleines, schmales, nach Südosten orientiertes Langhaus (parallel zur heutigen Metzgergasse). Die vermutlich erste Kirche ist die nicht mehr vorhandene St. Michaelskapelle (an der heutigen Ecke Blücherstra8e 2/Kirchgasse, gegenüber dem kath. Kirchengebäude), dessen Kellergewölbe (heute Weinkeller) seit dem 15. Jahrhundert (bis 1805) als Beinhaus dient. 27. August: Der Knappe Dietrich Vende und sei- ne Frau Gertrud bestimmen vor den Schöffen zu Kaub über ihr Vermögen für den Fall ihres Ablebens. 29. August:Vor den Schöffen zu Kaub verkauft Wilhelm Struppehabere Renten aus seinen Kauber Gütern an Agnes, die Schwester des Knappen Dietrich Vende.

1317, 26. Februar: Abdankung des Pfalzgrafen Rudolf. Ihm werden am 19. 3. die Einkünfte in Kaub („Chube“), die Burg und was dazu gehört zugesprochen.

1324, 23. März: Pfalzgraf und deutscher König Ludwig IV. der Bayer (ab 1328 Kaiser) verleiht seiner Stadt Kaub („Chuba“) städtische Rechte und Freiheiten, wie sie die Stadt Boppard hat. 29. März: Ludwig d. Bayer schenkt mit Zustimmung seines Neffen Adolf das Patronat zu Weisel, dessen Filiale die Kirche zu Kaub ist, dem Nonnenkloster Klarenthal (bei Wiesbaden). Rheinpfalzgraf Adolf gibt dem Kloster Klarenthal die Pfarrei zu Weisel („Wissel“) und Kaub darum, weil sein Ahnherr König Adolf und seine Ahnfrau Königin Imagina Stifter des Klosters sind, auch seine Mutter Mechthild dort begraben liegt und Imagina ins Kloster aufgenommen worden ist.

1325 – 1327: Ludwig d. Bayer läßt zur Intensivierung des Zolls einen massiven fünfeckigen Turm auf der Rheininsel Falkenau („Valkenowe“) errichten und die Kauber Stadtbefestigung erweitern. Die vielen in Kaub ausgestellten Königsurkunden belegen, daß König Ludwig im Jahre 1326 auf Burg Cuba Hof gehalten und möglicherweise den Neubau des Zollturmes auf Falkenau mitverfolgt hat.

1325, 14. Mai: Papst Johannes XXII. (in Avignon) befiehlt dem Erzbischof von Trier, Balduin, den mit dem Interdikt (Kirchenbann) belegten König Ludwig zu exkommunizieren, da dieser zum Schaden des Erzstiftes Trier einen Zoll in dem „castrum de couwen“ (Feste Kaub) er- richtet habe. 1326 – 28. Mai: Datiert von Kaub. König Ludwig d. Bayer belehnt Wilhelm von Brunsberg. 2. Juni:Datiert von Kaub. König Ludwig d. Bayer gewährt dem Deutschherrenorden zu Koblenz Zollfreiheit in Kaub und Bacharach. 14. Juli: Datiert von Kaub. König Ludwig der Bayer bekundet, da8 sich die Bürger von Boppard mit den Leuten von Bacharach, Diebach, Kaub und den benachbarten Tälern zu gegenseitiger Hilfeleistung verbunden haben. 1. August:Papst Johannes XXII. erteilt dem Erzbischof von Trier einen Verweis, daß er ebenso wie die Erzbischöfe von Mainz und Köln es unterlassen hat, seine Anordnung gegen König Ludwig wegen des Zolls zu Kaub zu vollstrecken. Er befiehlt ihm, die Exkommunikation (Kirchenausschluß) sofort bekannt zu geben, falls Ludwig mit der Zollerhebung fortfahre. 2. August: Papst Johannes XXII. ersucht die Bürger von Mainz, ihren Erzbischof bei der Aufhebung des Zolls von Kaub tatkräftig zu unterstützen. 2. August: Papst Johannes XII. fordert den erkrankten Erzbischof von Köln auf, die, Beseitigung des Zolls bei Kaub energisch zu verfolgen.

1327, 23. Juli: Papst Johannes XXII. befiehlt den Erzbischöfen von Mainz, Köln und Trier, den von König Ludwig v. B. auf einer Rheininsel bei Kaub errichteten Turm zu zerstören. Er schreibt in seiner Bulle: „Ludwig, ehemals Herzog in Bayern, in zwiespältiger Wahl zur Regierung des Römischen Reiches erkoren, nun aber wegen seiner ungeheueren Verbrechen aller Würden und Ehren beraubt, hat bei der Burg Kaub neue und schwere Auflagen den dort mit Waren Vorbeiziehenden auferlegt, zum Nachteil der geistlichen und weltlichen Personen. Wegen dieser Tatsachen ist er mit dem Bann belegt und dessen Verkündigung schon früher dem Erzbischof von Trier aufgetragen worden. Nichtsdestoweniger fährt Ludwig mit Erpressung dieser Auflagen fort, ja, er hat sogar den früheren Verbrechen noch das neue hinzugefügt: da8 er einen überaus festen Turm auf der Rheininsel (,turrim quandem fortissimam in insula Rheni’) bei jener Burg zu erbauen begonnen hat, um die schädlichen Auflagen und Erpressungen nur noch länger und härter fortzusetzen und mächtiger zu verteidigen.“ Erste Erwähnung eines gemauerten Zollturmes, der zwei Jahre später im Teilungsvertrag von Pavia als Pfalzgrafenstein bezeichnet wird.

1328: Erste Erwähnung eines Pfarrers in Kaub. 1. März:Rheinpfalzgraf und Herzog Ruprecht I. v. B. befreit das Kloster Eberbach vom Rheinzoll. 23. April: Pfalzgraf Ruprecht I. bekundet, daB Hermann von Bazzenheim gegen 5 Mark jährlich auf den Zoll zu Bacharach, mit 50 Mark ablösbar, sein Burgmann zu Kaub geworden ist. 20. November:Kaiser Ludwig d. B. erneuert von Pisa (Italien) aus die von seinen Vorgängern dem Kloster Eberbach erteilten Privilegien, u.a. die weitere Zollfreiheit bei Kaub.

1329, 4. August: Kaiser Ludwig d. B. teilt zu Pavia (Italien) mit seinen Bruderkindern Ruprecht I. der Ältere und Rudolf II. sowie mit deren Neffe Ruprecht II. der Jüngere die bayrischen und pfälzischen Lande. Die Letztgenannten erhalten u. a. „veste Chub burch und stat“ sowie den „Pfalentzgrafenstein“. Erste urkundliche Erwähnung des Zollturmes im Rhein als „Pfalzgrafenstein“.

Um 1340: Der Pfalzgrafenstein erhält eine 12 m hohe sechseckige, schiffsförmige Ringmauer.

1340 – 1350: Vermutlich aus Anlaß der Pfarrerhebung erfolgt eine Bauerweiterung des rom. Langhauses der Stadtkirche. Die von diesem Umbau stammenden gotischen Spitzbogenblenden über den Kirchenfenstern an der Südwand (Außenwand zur Metzgergasse) sind heute noch sichtbar.

1342, 5. Dezember: Kuno von Reifenberg, Burggraf zu Kaub, quittiert 194 Pfund Heller 4 Groschen, die sich beim Öffnen der Zollkiste vorgefunden haben. Bei dieser Urkunde befindet sich ein Brief mit der erstmaligen Erwähnung eines kurpfälzischen Zollschreibers namens Eynolf, dem ein Beseher, ein Nachgänger und Nachschreiber beigesellt sind.

1347, 30. Juni: Kuno von Reifenberg bescheinigt, von den Zollschreibern Eynolf und Johann zu Kaub 250 Heller erhalten zu haben, womit er für seine Burghut auf ein Jahr bezahlt sei.

1349, 19. August: Kaiser Karl IV. bekennt, daß Pfalzgraf Rudolf für ihn seine Burg zu Kaub und die Stadt dem Kuno von Reifenberg, Landvogt im Elsaß, für 1300 Florentiner Gulden versetzt hat.